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Emergent-Dissipative Ökonomie

Im Rahmen seiner im November 2016 eingereichten Doktorarbeit hat Frederik Hümmeke sich daran gewagt, ein neues Verhaltensmodell als Grundlage für eine neue Betrachtung der Ökonomie zu entwerfen. Dabei ergibt sich logisch weitergedacht eine neue ökonomische Dynamik, die er 'Emergent-Dissipative Ökonomie' nennt.​

Dabei handelt es sich um einen wissenschaftlichen Beitrag zu dem Thema: Zielgruppe sind Wissenschaftler und Fachexperten.​

Einfacher Abstract

Wie oft nehmen wir uns vor, etwas anders zu machen, schaffen es aber nicht? Teilweise können wir unser eigenes Verhalten nichtmal verstehen. Wie also verhalten sich Menschen? Wie bilden sich Meinungen? Wie entscheiden wir uns? Das sind die Fragen, die implizit auch in den Grundannahmen der Ökonomischen Theorie stecken und beantwortet wurden. Die Antwort mutet für viele jedoch seltsam an. Dass wir alle rational im Sinne einer festen und logischen Präferenzstruktur entscheiden, entspricht nicht der gefühlten Lebens-wirklichkeit in der heutigen Zeit.

Neuroscience-Ansatz

Es liegt im Trend, sich neuro-wissenschaftlicher Methoden zu bedienen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. In der Tat hat die Neuroscience in den letzten zwei Jahrzehnten bahnbrechende Erkenntnisse produziert. Auch wenn einige Rückschlüsse mit Vorsicht zu genießen sind und es mit manchen bei der Interpretation der Ergebnisse durchgeht, so produzierte die Neuroscience doch einige wissenschaftlich saubere und robuste Erkenntnisse. Ein Beispiel ist die Erkenntnis, dass negative Reize systematisch intensiver verarbeitet werden als positive (Baumeister 2008).

 

Wirtschaftliches Verhalten erklären

Ziel der Arbeit ist es, Muster und Strukturen von Verhaltensprozessen zu analysieren und zu beschreiben. Diese Muster und Strukturen, im Abhängigkeit des jeweiligen Kontext, zu untersuchen, könnte neue Rückschlüsse für die Erklärung von Verhalten bringen.  Sollte es gelingen, über die Systemdynamiken von der reduktionistischen, individuellen Ebene auch die soziologische Ebene abbilden zu können, wäre es möglich, beispielsweise neue Erkenntnisse über wirtschaftliche Marktdynamiken zu gewinnen.

 

Entsprechend könnten auch neue Erkenntnisse für die Ökonomie entwickelt werden, die uns helfen, wirtschaftliches Verhalten und damit alle Phasen im Wirtschaftskreislauf besser beschreiben und besser verstehen zu lassen.

 

Eine neue ökonomische Perspektive

Aus den Grundannahmen der Ökonomischen Theorie ergibt sich kausal-logisch ein Gleichgewicht. Denn wenn alle Akteure rational, entsprechend bestimmter Präferenzen, entscheiden, hat niemand mehr das Interesse, eine Entscheidung zu ändern, sofern sie erstmal getroffen ist. Ändern wir die Grundannahmen hin zu einer Be-trachtung der zeitlichen Dynamiken und Muster, so erhalten wir eine vollkommen neues Bild der Ökonomie.

 

In meiner Dissertation widmete ich mich diesem Thema nicht nur inter-disziplinär, sondern transdisziplinär und entwickle ich im wesentlichen ein grundlegendes Verhaltensmodell - das ist dann Basis für die grobe Skizze einer neuen ökonomischen Betrachtung: einer Dissipativ-Emergenten Ökonomie.

Original Abstract​ für Fachpersonal

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Feststellung, dass die ökonomische Theorie auf einem unterkomplexen Verhaltensmodell basiert, aber nur genau deshalb das berühmte ökonomische Gleichgewicht überhaupt konstruiert werden kann. Dieses ist dann entsprechend ebenfalls unterkomplex und kann grundlegende Phänomene und Prozesse der Ökonomie nicht oder nur sehr mangelhaft beschreiben.

In dieser Arbeit wird zuerst ein neues Verhaltensmodell vorgeschlagen. Basierend auf einer umfassenden Modellierung des individuellen Verhaltens mithilfe von Neuroscience, Psychologie und Komplexitätstheorie, wurden in dieser Arbeit zuerst drei Verhaltensmodi identifiziert, beschrieben und miteinander in Beziehung gesetzt.

Basierend darauf und unter weiterer Zuhilfenahme des Konzeptes der Fraktalität und Soziologie sowie Netzwerktheorie, wird das Verhaltensmodell auf das Soziale übertragen, um so zu einer Skizze eines neuen Modells der Ökonomie zu kommen.

Dabei wird versucht, das Verhalten auf der sozialen Ebene als Emergenz der individuellen Ebene zu beschreiben. Neben diversen Konvergenzdynamiken, die zu einer Harmonisierung auf sozialer Ebene führen – insbesondere der mikrosozialen (Cluster), teils aber auch für die makrosoziale Ebene (Gesellschaft) –, ist ein zentrales Moment für die soziale Interaktion das hier entwickelte Konzept der ‚Narrativen Plausibilität‘. Dafür wird zuerst Narration als soziale Kognition definiert und dann beschrieben, wie verschiedene Kognitionen konsistent zueinander passen können – oder auch nicht. Narrative Plausibilität beschreibt den Grad der Anschlussfähigkeit bestimmter Denk- und Verhaltensmuster und wirkt sich zentral auf Verhalten aus.

Ferner wird ausführlich beschrieben, inwiefern Verhalten sich verändern kann, wobei die Idee eines Möglichkeitsraums für Verhalten (und auch Denken) eingeführt wird, innerhalb dessen Grenzen sich Verhalten bewegen wird. In dem Sinne kann sich Verhalten konstant marginal ändern, eine Idee, die unter dem Begriff ,Musterdrift‘ skizziert wird.

In der Integration aller Ergebnisse ergibt sich eine Modellierung der Ökonomie, die anstelle eines Gleichgewichts ein stabiles Beharrungsvermögen im Sinne einer dissipativen Struktur denkt. Dabei wird am Beispiel der Themen Unternehmer und Innovation kurz gezeigt, wie das in dieser Arbeit entwickelte Framework die Ökonomie informieren könnte.

Weitere Forschung

Auch über seine Doktorarbeit hinaus arbeitet Frederik noch weiter an der Entwicklung des Ansatzes. Wir freuen uns auf den Austausch, nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf.